Die Digitalisierung des terrestrischen Fernsehrundfunks in Deutschland ist in vollem Gange. Dabei werden effiziente Bitratenreduktionsverfahren eingesetzt. Das in Deutschland genutzte DVB-T System erlaubt, statt eines Fernsehprogramms, bis zu vier Programme pro UHF-Kanal bei vergleichbarer Qualität zu übertragen. Das Frequenzspektrum, das im Zuge der Digitalisierung verfügbar wird, bezeichnet man als „Digitale Dividende“.
Auf der Weltfunkkonferenz WRC-2007 wurde beschlossen, nach dem Prinzip der „Digitalen Dividende“ die bisher dem Fernsehrundfunk zugewiesenen Frequenzen im oberen UHF-Bereich (790–862 MHz, Kanäle 61-69) auch für IMT-Mobilfunkdienste zu öffnen. Als Ergebnis ist dieser Frequenzbereich, der bisher primär dem Rundfunk zugewiesen war, dem Mobilfunk co-primär zugewiesen worden. Damit konkurrieren in der Frequenznutzung zukünftig das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T einerseits mit UMTS-Mobilfunk und Breitbandübertragungsverfahren (wie z.B. LTE – Long Term Evolution) andererseits.
Speziell in Deutschland kommt noch erschwerend hinzu, dass zwei Teilbereiche des oberen UHF-Bereichs militärischen Anwendungen zugewiesen sind, und drahtlose Studioübertragungsanlagen (z.B. drahtlose Mikrofone) als sekundäre Nutzer zu berücksichtigt werden müssen.
Nachdem die Bundesnetzagentur nun über den Start der Versteigerung der Frequenzen der Digitalen Dividende entschieden hat, sehen Beteiligte und der betroffene Rundfunk die Fragen möglicher Störungen als auch die Kostenübernahme zur Beseitigung als ungeklärt an. Weiter wurde kritisiert „Breitband über Funkfrequenzen“ politisch als das Allheilmittel für die ländliche Internetversorgung zu stilisieren, obwohl mögliche alternative Übertragungswege durchaus attraktivere Voraussetzungen haben.
VisionConsult international stellt zur Störproblematik dar, dass die Räumung des Frequenzbereiches durch den Fernsehrundfunk nicht automatisch bedeutet, diesen ohne Weiteres durch Mobilfunkdienste nutzen zu können. Es gilt insbesondere die Verträglichkeit mit dem Rundfunk zu betrachten und das das Störpotenzial bezüglich der verbleibenden sekundären Nutzer zu untersuchen. Neben der Verträglichkeit mit bestehenden DVB-T Empfängern und zukünftigen DVB-T / DVB-T2 Empfängern ist die Verträglichkeit mit Breitbandkabelanlagen (BK-Netze) und Hausgemeinschaftsanlagen sowie den drahtlosen Studioübertragungssystemen, wie z.B. drahtlose Mikrofone durch den Mobilfunk völlig ungeklärt. VisionConsult warnt davor, bereits heute mit Ausschreibungen und Frequenzvergaben einen Status Quo zu schaffen, ohne den Umfang der Störungen auf den Rundfunk und sekundäre Nutzer in Gänze abzusehen.
Zum gesamtwirtschaftlichen Nutzen der “Digitalen Dividende” hatte VisionConsult international nach mehrdimensionaler Analyse des Potenzials bezogen auf die verschiedenen Verwendungsoptionen bereits im Herbst 2008 die Auswirkungen auf den gesamtwirtschaftlichen Nutzen bei Verwendung des Frequenzbereich 790-862 MHz für IMT-Mobilfunk betrachtet und im Rahmen einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur eine Untersuchung vorgeschlagen. Berücksichtigung fanden dabei Aspekte wie der Beitrag zum Bruttosozialprodukt, Entstehung/Sicherung von Arbeitsplätzen, Entwicklung von Know-how und dem nachhaltigen Ausbau der Infrastruktur (Stadt-Land-Gefälle).
Knapp 20 Millionen Haushalte abonnierten IPTV bis Ende vergangenen Jahres. Das ist ein Drittel mehr als vor einem Jahr, aber das Wachstum ist deutlich langsamer als von manchen Analysten vorhergesagt. Dennoch kann konstatiert werden, dass IPTV eine beträchtliche Zunahme erzielen konnte. Im Jahr 2005 gab es Schätzungen die von 25 Millionen Abonnenten weltweit in 2010 ausgingen; diese Zahl ist nach wie vor erreichbar. Einige Prognosen lauteten jedoch 50 oder gar 60 Millionen Abonnenten im Jahr 2010.
Laut Informa Telecoms and Media gab es 19,96 Mio. IPTV-Haushalte Ende des Jahres 2008, was etwa 3% des weltweiten Multichannel-TV-Marktes entspricht. Auch in der Vergangenheit war das Wachstum stetig, aber nicht spektakulär, registriert wurden zusätzliche 7,5 Millionen Abonnenten.
“Es handelt sich um eine richtige Beobachtung, dass IPTV nicht in die Breitband-Haushalte vorgedrungen ist, wie die Marktteilnehmer hätten erwarten können, aber es ist falsch, zu erklären, dass das Konzept zum Scheitern verurteilt sei”, sagte Julian Herbert, Principal Analyst bei Informa Telecoms & Media im Vorfeld des IPTV World Forum in London.
“In Märkten, in denen die Bandbreite zur Verfügung steht und die Vermarktung und Preisgestaltung attraktiv sind, zieht IPTV große Mengen an neuen Kunden an und hilft Betreibern den Umsatz pro Nutzer zu erhöhen”.
Betreiber wie AT & T, France Telecom und PWCC in Hong Kong konnten Marktanteile auf dem umkämpften TV-Markt deutlich erhöhen. Inzwischen ist die Zahl der Breitband-Festnetz-Abonnements auf 422 Millionen gestiegen, dies bedeutet ein Plus von 68 Millionen im letzten Jahr.
Das Wachstum hat sich in Westeuropa verlangsamt, da die Breitband-Durchdringung mit Ausnahme von fünf Ländern, mehr als 50% erreicht hat, in 20 Gebieten sogar mehr als 60%. China hat die Vereinigten Staaten als größten Breitband-Festnetz-Markt mit 82 Millionen Abonnementen überholt, obwohl dies immer noch weniger als 20% aller chinesischen Haushalte sind.